YOU INSPIRE ESBE– „DER INSTALLATEUR-LEHRER“ ANDERS PARGELL!
2026-08-18
Anders Pargell träumte davon, Elektriker zu werden, fand aber stattdessen seinen Weg in die SHK-Branche.
Anders Pargell träumte davon, Elektriker zu werden, fand aber stattdessen seinen Weg in die SHK-Branche. Der Werdegang von Anders Pargell ist einer, den viele in der Branche nachempfinden können. Nach zwölf Jahren als schwedischer Installateur hatte sein Körper Tribut gefordert. Seine Schultern, Knie und sein Rücken machten Anfang 30 schlapp, und eine komplette Kehrtwende war nötig. Nach einer Station als Jugendbetreuer (wo er tatsächlich mit Avicii höchstpersönlich Billard gespielt hat), fand er schließlich eine Stelle als Lehrer am Järfälla-Gymnasium. Der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte.
Anders setzt sich leidenschaftlich dafür ein, den Stellenwert der Installateur-Ausbildung anzuheben. Als er das erste Mal in das Schulsystem eintrat, war er von der Realität geschockt: Obwohl die SHK-Branche hochtechnisch und für die Gesellschaft überlebenswichtig ist, gab es praktisch keine Lehrmaterialien.
— Ich war geschockt, als ich in Schweden als Lehrer anfing und feststellte, dass es absolut nichts gab. Das Material, das heute auf der Ebene der Sekundarstufe II zur Verfügung steht, ist katastrophal, sagt Anders, ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen.
Im Unterricht ist Wiederholung ein grundlegendes Fundament, aber Anders erkannte schnell die Grenzen, wenn man denselben Schritt zwanzigmal pro Klasse erklären muss – nur um im neuen Schuljahr wieder ganz von vorne anzufangen. Aus Frust darüber, dass die Schüler herumstanden und auf Anweisungen warteten, wurde die Idee geboren, seine Erklärungen zu filmen.


Heute hat er über 100 Lehrvideos erstellt. An den Werkbänken können die Schüler nun einen QR-Code scannen und sofort loslegen.
— Es ersetzt mich nicht als Lehrer, aber es ist ein Werkzeug, das es den Schülern ermöglicht, weiterzukommen, anstatt nur dazusitzen und zu warten, erklärt er.
Sein Engagement hat ihn gewissermaßen zu einer nationalen Ressource für die schwedische SHK-Ausbildung gemacht – ein Titel, den er sowohl mit Stolz als auch mit einer Prise bescheidener Leistungsangst trägt.
— Als nationale Ressource bezeichnet zu werden... das ist fast eine schwere Last, die man tragen muss. Wer bin ich schon? Aber gleichzeitig ist es unglaublich lohnend zu wissen, dass das, was ich tue, anderen helfen kann, denn ich weiß genau, wie es ist, ohne jegliche Materialien dazustehen.
In seinem Unterricht verwendet er häufig Mischer von ESBE (insbesondere die Serie VRG), um das Abstrakte greifbar zu machen.
— Ich verwende Mischer von ESBE in meinem Unterricht, weil sie so anschaulich sind. Man kann sie auseinanderbauen, die Skala drehen und tatsächlich sehen, wie sich die Wege öffnen und schließen.
Was ist heute die wichtigste Eigenschaft für einen angehenden Installateur?
— Neugier! Man muss verstehen wollen, warum man eine bestimmte Sache in diesem „Rohre-in-der-Wand“-Dschungel macht. Viele der alten Hasen sind konservativ und haben Angst vor Neuem, aber wir müssen uns trauen, Fragen zu stellen. Man bekommt doch keine schlechteren Noten oder weniger Gehalt, nur weil man tausendmal nachfragt. Im Gegenteil, nur so entwickelt man sich weiter.
Kannst du uns einen klassischen „Installateur-Fehler“ verraten, den du selbst gemacht hast?
— Oh ja! Am Anfang war ich so verdammt cool und dachte, ich wüsste alles. Aber einmal, als ich in einem Nobelgeschäft ein Sprinklerrohr demontierte und alles mit Plastikfolie abgedeckt hatte – bis auf einen winzigen Bereich –, passierte es. Natürlich stolperte ich, und Liter von schwarzem, stehendem Sprinklerwasser flogen im hohen Bogen direkt auf einen handgeknüpften Eingangsteppich. Er war völlig ruiniert. Danach hatte ich bei der Arbeit eine Zeit lang den Spitznamen „Der Teppich“. Man lernt auf die harte Tour, dass man niemals ausgelernt hat.
Mit seiner ansteckenden Neugier zeigt Anders, dass wahre fachliche Kompetenz nicht darin liegt, alles zu wissen, sondern darin, niemals aufzuhören, Fragen zu stellen. Wir sind inspiriert und beeindruckt – vielen Dank für das Gespräch, Anders 😊